[1W100 – Random Blog Encounters] 100 Fragen #1

Ich habe es im letzten Beitrag zum RPG-Blog-o-Quest angekündigt und so richtig konnte ich mich nicht vom Gegenteil überzeugen. Daher hier nun der erste Beitrag zum Random Blog Encounters von Gelbe Zeichen, in dem 100 Fragen eigentlich per Zufallswurf auf Antwort warten. Ich hatte mir vorgenommen, mir den Zufall zu ersparen und einfach numerisch vorzugehen. Ab geht’s.

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1
Feste, Feiertage und Gesellschaft. Verknüpfst du Rollenspielabende mit Festen? Geburtstagsparty in Golarion oder Halloween mit Cthulhu? Und wenn ja, wie sieht das aus? Passende Abenteuer oder gechillt mit Snacks und Getränken (mehr oder andere als sonst?)

Ein-, zweimal habe ich das in der fernen Vergangenheit mal versucht und war auch zwei-, dreimal zu Gast zu solchen Runden. Das größte Problem dabei sehe ich in der Anzahl der möglichen Mitspieler/Gäste, wodurch so eine Runde schnell viel zu groß und unübersichtlich werden kann, und den sozialen Implikationen, wenn man „zu viele“ nicht-Rollenspieler kennt, die man zu so einem Event dann eher nicht einladen kann.

Auf einem solchen Geburtstag Mitte der 90er haben wir die Gäste passenderweise in zwei Gruppen splitten können, wobei dann natürlich gleich das nächste Problem auftauchte – WO soll man so etwas spielen? Gemeinsam in einem Wohnzimmer, das idealerweise ausreichend groß ist? Hat schon etwas Con-Charakter, und gerade, wenn die beiden Gruppe (wir haben damals „Unter dem Blutmond“ gespielt, in dem Vampire und Werwölfe je einen eigenen Handlungsstrang hatten) gegeneinander arbeiten, ist das „leaken“ von Informationen kaum zu verhindern und stört den Spielspaß. Wir haben damals mein Wohn- und Schlafzimmer genutzt, und das war auch nur halbwegs ideal.

Ein anderes mal gab es Ende der 90er ein Weihnachts-Szenario mit massivem Crossover – dem Meister war buchstäblich total egal, was für einen Charakter man mitbrachte, so lange der nicht von vornherein darauf aus war, die anderen zu vernichten. Und so kämpften am Ende Vampire, Werwölfe, Fantasy-Krieger und ein Jedi um das Schicksal von New York, als das Imperium einen Sternzerstören über dem Empire State Building geparkt hatte… DAS war von Beginn an auf Gaudi ausgelegt und hat viel Spaß gemacht, zumal die Interaktionen zwischen den verschiedenen Systemen nicht ständig tabellarisch konvertiert, sondern eher durch spontanen Vergleich der Systeme und ihrer Würfelmechanismen abgehandelt wurde. War viel „Handwedelei“ dabei, aber für einen One-Shot war das okay und hat der Story gut getan.

Verpflegungstechnisch ist das alles schon sehr lange her und wurde in der Form so auch schon lange nicht mehr betrieben in meinem Umfeld, daher kann ich nicht sagen, ob meine Erinnerungen dazu noch akkurat sind. Aber der Spielleiter, der das auch beides veranstaltet hatte (IIRC beide male in meiner Bude, weil ich einer der wenigen mit eigener Wohnung und ohne Anhang war), hat wahrscheinlich die Standard Party-Ausstattung an Knabberkram und Getränken organisiert und aufgestellt – was der üblichen Verpflegung unserer damaligen RSP-Runden schon recht nahe kam ^^

 

2
Wie und mit welchem System hast du angefangen? Eine Standardfrage aber kennst du noch den Namen deines ersten Helden oder des ersten Abenteuers oder kannst dich an den Inhalt erinnern?

Daran kann ich mich tatsächlich noch sehr gut erinnern. Es war im Herbst 1986, als ein Freund die rote D&D-Box mitbrachte, mit der alles begann. Die Box wird heute in Fachkreisen als Teil der BECMI-Reihe von Frank Mentzer bezeichnet und ist nicht so 100% die erste Edition von D&D, aber die erste mit richtigem kommerziellen Erfolg – und mW die erste mit derart ansehnlichen Zeichnungen!

Ich erstellte als erstes einen Krieger namens Falk, der 1:1 von der Illustration von Jeff Easley inspiriert war und mich auch noch durch einige andere Systeme begleitete – bis hin zu meinem DSA-Briefspielcharakter Falk vom Darpat, dem Baron von Osthagen, der mich lange Jahre durch Aventurien begleitete. Und nach dem Absolvieren des immer noch grandiosen Soloabenteuers im Spielerhandbuch leitete ich das dazu gehörige kleine Gruppenabenteuer für meine beiden Mitspieler – und führte Falk als NSC in einer Kampfszene ein, in der die anderen beiden dem bedrängten zu Hilfe eilen konnten. Es war ein „klassisches“ Dungeon-Abenteuer und hat sehr lange den Stil geprägt, in dem wir gespielt haben.

 

3
Wie groß sind deine Runden? Was ist für dich die ideale Größe als Leiter oder Spieler? Wie groß war Deine größte Runde? Und die kleinste?

Meine Runden sind idealerweise mindestens drei und maximal sechs Spieler, dazwischen ist so meine Wohlfühl-Zone. Ich meine, ab drei Spielern ist genug „Masse“ in der Gruppe für ausreichend Interaktionen untereinander und Absprachen der Spieler bzgl. Spezialgebieten. Weniger Spieler geht auch, geht aber dann schon stark Richtung Solo oder 1:1-Spiel (ein Spieler, ein Meister); bei mehr Spielern geht nahezu immer einer unter, der sich nicht richtig raustraut und von den anderen „an die Wand gespielt“ wird – das ist mir selber auch schon oft genug passiert, als ich noch auf Schicht gearbeitet habe und nicht immer hinreichend ausgeruht am Tisch saß. Abgesehen davon kommt es bei mehr Spielern auch fast zwangsläufig irgendwann zu Längen, in denen sich Off-Gespräche oder ähnliches entwickeln.

Meine größte Runde kann ich nicht mehr wirklich in Zahlen fassen, aber es waren gut und gerne zehn Spieler, die an meinem Tisch saßen und mit mir gemeinsam Vampire gespielt haben – der Erzähler hat in einer Durststrecke an Angeboten einfach einen Ner getroffen und eigentlich jeden aufgenommen..

Meine kleinsten Runden waren tatsächlich 1:1-Runden – meistens ergänzende Solo-Runden, um einem Gruppenmitglied etwas Einführung zu geben, ohne daß die anderen Spieler tatenlos daneben sitzen mussten. Tatsächlich haben sich diese als sehr intensiv und spannend heraus gestellt, weil niemand dem Spiel ausweichen kann. Auch bei Runden mit nur zwei Spielern stellte sich dieser Effekt oft und gerne ein.

 

4
Wie viele Systeme besitzt du und wie viele spielst du? Hast du ein Liebling und warum ist es dein Liebling? Bist du Sammler eines Systems, welches du vielleicht selten bis nie gespielt hast, es aber einfach gut findest?

Hier muss ich etwas… nebulös bleiben, denn gezählt habe ich das noch nie. Aber es herrscht schon ein deutliches Missverhältnis zwischen Besitzt und Gespielt – man ist einfach keine 16 mehr und hat nicht mehr die Zeit, so viel zu spielen, wie man zu lesen hat…

Relativ regelmäßig spiele ich derzeit in der alten Welt der Dunkelheit, recht viel gespielt habe ich in den letzten Jahren Pathfinder und DSA4.1 und Savage Worlds. Letzteres ist mein aktueller Liebling, weil es mit einem simplen, schnellen Regelsystem so viele verschiedene Settings bespielbar macht – von Steinzeit-Fantasy über mehr oder weniger moderne Zeiten und Superhelden bis hin zu Science Fiction ist damit alles machbar, ohne großartig etwas am System ändern zu müssen. Ich habe damit bereits Standard-Fantasy und Star Wars gespielt, und das problemlos nur mit dem Grundregelwerk – und im Internet (und bei unzählige Firmen) gibt es fertig ausgearbeitete Welten jeglicher Couleur für jeden Geschmack. Und das System bringt noch einige Stellschrauben zur Anpassung mit, sogenannte Setting-Regeln, mit denen man die Regeln noch etwas an das gewünschte Spielgefühl anpassen kann – darf es etwas schmutziger sein?

Sammeln tue ich eigentlich sowieso fast alles, was mir halbwegs spielbar erscheint. Dazu gehören vor allem die deutschen Veröffentlichungen zu Savage Worlds – hier warten noch mindestens drei Settingbände darauf, überhaupt mal angespielt zu werden… Aber „leider“ hält der hohe Produktausstoß von Pathfinder den größten Teil meiner Spielfreunde in seinem Bann. Savage Worlds ist so ein System, das ich einfach gerne viel häufiger spielen (oder auch leiten) möchte, es aber einfach nicht kann – weswegen ich mich auch eine kurze Zeit (und genau vier Runden lang) als Demo-Spielleiter dafür versucht und auf Cons Runden dazu angeboten habe.

Ähnlich geht es mit D&D zu – der Urvater des Rollenspiels, der auch mich in den Abgrund der Würfelhölle führte, hat einen besonders sentimentalen Platz bei mir. Während wir früher noch recht häufig D&D1 (gab halt noch nichts anderes), AD&D 2nd Edition (war tatsächlich das Spiel mit den meisten deutschen Produkten damals) und auch D&D 3.x (DAS war ein Boom…) gespielt haben, hat D&D 4 einfach niemanden bei  mir in der Gegend erreicht – und die katastrophale Lizenzsache zwischen WotC und dem deutschen Übersetzer Feder & Schwert, durch die das deutsche D&D 4 abgewürgt wurde, hat dem nichts gutes getan. Und in diesen Platz, den D&D 3.5 gelassen hat, ist Pathfinder als inoffizieller Erbe, als „D&D 3.75“, getreten und verteidigt ihn bis heute mit Unmengen an Büchern und Abenteuern.
Ein Grund, warum bis heute niemand in meiner Umgebung auf D&D 5 aufgestiegen ist, welches so hoch gelobt wird und inzwischen auch auf deutsch verfügbar ist. Aber ich habe, neben dem dt. Spielerhandbuch der vierten Edition, auch das deutsche (und das englische) Spielerhandbuch der fünften Edition im Schrank stehen. Angelesen, aber unbenutzt. Es ist halt – leider – doch immer noch das Super-Fantasy-Spiel, bei dem Spieler ab einem bestimmten Level einfach nicht mehr schön spielbar sind, bei dem man immer noch nach Stufenanstieg neue Superkräfte Fähigkeiten erhält und man Unmengen an Tabellen nachhalten kann. Es hat ein paar Verbesserungen gegenüber 3.x/PF, ist sich aber „treu“ geblieben. Schön anzusehen, aber nicht mehr so richtig mein Ding.

 

5
Spielst du am Tisch oder über den PC? Worin bestehen für dich die Unterschiede? Was magst du lieber? Streamst du?

Ich spiele zu weit mehr als 99,999% am Tisch. Sicher hätte ich in der Zeit, die zwischen meinen Tischrunden liegen, auch mehrere Online-Runden spielen können, aber nachdem ich an drei oder vier Runden online teilgenommen habe 2015/16, bin ich mir recht sicher, daß das nichts für mich ist. Allein die technischen Probleme bei der Sprache  (wenn einer spricht, sind die anderen nicht zu verstehen, was gerne dazu führt, daß man auf eine Sprechpause wartet, ehe man zu sprechen anfängt – und in dem Moment fängt ein anderer an; bis man dann endlich was sagen kann, ist die Lage schon wieder eine völlig andere etc) machen es mir sehr schwer, mich an so etwas heran zu trauen. Ich habe ohnehin scheinbar langsam Probleme mit den Ohren (ich arbeite seit April 1999 in einem Reinraum, in dem ein vollkontinuierliches Rauschen knapp unterhalb der Belastungsgrenze herrscht, zusätzlich zu den Geräuschen einer Vielzahl von Maschinen) und kann Gesprächen mit mehreren Teilnehmern nicht mehr ganz so gut folgen wie vor 20 Jahren, und wenn dann die Technik nicht optimal ist, ist es auf einmal sehr, sehr anstrengend für mich.
Davon abgesehen habe ich aber auch vor über einem Jahr meine WebCam vor meiner Tochter verstecken müssen. Und nun ist sie weg… 8-/

Das Kontra-Argument hierbei ist, daß man durchaus so mit Leuten spielen kann, die man sonst NIE im Leben an einem Spieltisch treffen würde. Das hat mich tatsächlich damals vor die Kamera geholt und viel bewirkt.

Gestreamt habe ich bisher noch nie, und mW ist auch keine der wenigen Runden, an denen ich teilgenommen habe, online verfügbar.

 

6
Schreibst du selber Abenteuer oder kaufst du sie? Was findest du besser, wenn du beides schon gemacht hast, oder besser worin liegen jeweils Vor- und Nachteile?

Hier ein klares Jein – früher habe ich gerne improvisiert, also ohne viel aufzuschreiben Abenteuer geleitet. Später, mit nachlassender Energie/steigender Arbeitsbelastung fiel dann die Qualität dieser Arbeiten merklich ab, und frustriert begann ich, weniger anzubieten.

Jüngst habe ich es, besonders vor diesem Hintergrund, mit vorbereiteten/gekauften Abenteuern versucht, namentlich einem Pathfinder Abenteuerpfad, in der Hoffnung, daß mir die meiste Arbeit bereits abgenommen wurde. Was habe ich mich getäuscht – gerade dadurch, daß es bei Pathfinder eine geradezu aberwitzige Anzahl an Zaubern/Fähigkeiten/SuperKräften gibt (die mit jedem neuen Buch weiter anwächst), wird verdammt noch mal viel zu oft nur eine lange Liste dieser Fähigkeiten abgedruckt. Und die genauen Auswirkungen darf man sich dann selber heraussuchen. Was, wenn man nicht sonderlich fit in dem Spiel ist (wie ich es mangels weiterer Runden bis dato bin), richtig in Arbeit ausarten kann, wenn man nicht will, daß die Gruppe an dem optisch beeindruckendem Endgegner eines Dungeons einfach mit ein, zwei wohldurchdachten Taktiken vorbei flaniert – weil die Spieler sich natürlich nur auf die Fähigkeiten ihrer Charaktere konzentrieren müssen statt auf die Gesamtheit ALLER Fähigkeiten aus ALLEN BÜCHERN…

Zuletzt, im Rahmen meiner „Tätigkeit“ als Promoter für Savage Worlds, habe ich die hauptsächlich in diesem System bekannten OneSheets für mich entdeckt – kurze, auf ein Blatt (nicht eine Seite!) passende Abenteuerentwürfe, die man als Rahmen verwenden und mit eigenem Leben füllen kann. Je nachdem, was man noch an Ideen hat und wie die Spieler reagieren, kann man aus so einem OneSheet durchaus ein Abendfüllendes (oder noch längeres) Abenteuer machen. Ich habe festgestellt, daß ich mit so einem Rahmen durchaus zufriedenstellend arbeiten kann, und Savage Worlds ist auch ein System, bei dem man nicht mit „verlinkten“ Fähigkeiten überflutet wird – weil es gar nicht soooo viele gibt. Und trotzdem ist es immer wieder grandios, was man daraus alles stricken kann und was für einen Spaß Spieler damit haben können.

 

Und das war es dann mit meinem ersten Teil der 100 Fragen. Es ist spannend, sich über solcherart verschiedene Aspekte seines Hobbies Gedanken zu machen – und daher wird es in absehbarer Zeit weiter gehen!

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